Deutscher Podcast Preis – das sind die Gewinner

Das Medium Podcast erfreut sich seit einigen Jahren riesiger Beliebtheit. Viele Kreative nutzen Podcasts, um zu informieren, zu unterhalten, wenig besprochenen Themen eine Plattform zu bieten oder den Finger in die Wunde zu legen. Der Deutsche Podcast Preis möchte diesen Menschen nun eine besondere Wertschätzung für ihre Arbeit zukommen lassen. Zwar konnte die Preisverleihung Corona bedingt nicht wie geplant auf einer Bühne stattfinden, dafür erfolgte die Verleihung standesgemäß als Podcast. In insgesamt sieben Kategorien wurden von einer Jury und dem Publikum Preise an namhafte Podcasts vergeben.

Fakten rund um den Deutschen Podcast Preis

Der Deutsche Podcast Preis wurde von 13 großen Playern der Audiobranche ins Leben gerufen. Die Idee hinter dem Preis besteht darin, Podcastern eine Anerkennung für ihre professionelle Arbeit und ihr Engagement zukommen zu lassen. Gleichzeitig ist das Ziel, die Branche in der öffentlichen Wahrnehmung bekannter zu machen und sowohl Hörer als auch Künstler für das Medium zu gewinnen. Schon heute ist die Bandbreite an Themen und Formaten bei Podcasts sehr groß. Es ist davon auszugehen, dass der Deutsche Podcast Preis diese Entwicklung noch befördern und zu einem wachsenden Interesse an dieser Ausdrucksform führen wird.

Diese Vielfalt der Branche wird auch am Preis selbst deutlich. Es wurden sieben Kategorien ausgewählt, in denen jeweils ein Preis verliehen wurde. Durch diese Strukturierung bietet der Deutsche Podcast Preis die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Themenvielfalt in der Podcast-Branche zu verschaffen und den eigenen Horizont zu erweitern. Die rund 700 eingereichten Podcasts wurden von einer Jury aus 148 Mitgliedern angehört und bewertet. Zudem haben rund 900.000 Menschen beim Publikumsvoting mitgemacht und somit die Grundlage für den Publikumspreis geschaffen.

Aus Party wird Podcast

Ursprünglich war angedacht, den Deutschen Podcast Preis im Rahmen einer großen Preisverleihung in Berlin zu verleihen. Hier hätten die Podcaster die Möglichkeit gehabt, sich auf einer Bühne zu präsentieren und in anregenden Gesprächen Kontakt zu ihrem Publikum und zu Branchenkennern aufzunehmen. Außerdem hätten die Besucher so die individuell und kunstvoll designten Podcast-Preise bewundern können, die verliehen wurden. Aufgrund der Corona-Krise konnte diese Idee nicht in die Tat umgesetzt werden. Der Schutz der Gäste und Podcaster musste unbedingt gewährleistet werden, weswegen die Party mit Sekt, Häppchen und Preisen ausfallen musste.

Als Alternative wurde eine standesgemäße Lösung gefunden: Die Preisverleihung fand im Rahmen eines Podcasts statt. Am 26. März haben Ariana Baborie und Micky Beisenherz durch das Programm geführt und die Preise verliehen. Von den ausgezeichneten Podcasts waren verschiedene Vertreter anwesend und konnten die Trophäe in Empfang nehmen. Zudem lernte das Publikum durch offene und herzliche Gespräche die Menschen hinter den Podcasts etwas besser kennen. Ein würdiger Abend also, der Lust auf eine persönliche Teilnahme bei der nächsten Verleihung im kommenden Jahr gemacht hat.

Preise in sieben Kategorien vergeben

Insgesamt wurden Podcasts in sieben Kategorien prämiert. Das war nötig, da im Bereich der Podcasts eine riesige Themenvielfalt herrscht. Die einzelnen Podcasts setzen einerseits inhaltlich andere Schwerpunkte und haben auch in Sachen Form und Sprachwahl jeweils eigene Ansätze. Solche unterschiedlichen Herangehensweisen miteinander zu vergleichen, wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Deswegen wurden die Podcasts einzelnen Kategorien zugeordnet, um zumindest eine grundlegende Vergleichbarkeit zu ermöglichen.

Unter anderem wurde ein Preis für das beste Skript beziehungsweise die besten Autoren vergeben. Denn Podcasts sind deutlich mehr als zwei Menschen, die sich zusammensetzen und quatschen. Ein guter Podcast lebt von einer Grundidee und einem Konzept, das durch ein Skript unterstützt und getragen wird. Eine weitere Kategorie war „Beste(r) Interviewer(in)“. Diese Kategorie geht ähnlich wie der Preis „Beste journalistische Leistung“ in den redaktionellen beziehungsweise journalistischen Bereich. Die Interviewführung ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht. Grund genug also, die Besten in diesem Genre auszuzeichnen.

Ein vierter Preis wurde in der Kategorie „Bestes Talk-Team“ vergeben. Hierbei handelt es sich um ein klassisches Podcast-Genre, das viele vor Augen haben, wenn sie an dieses Medium denken. Zwei Menschen sitzen nett beieinander und unterhalten sich über Gott und die Welt beziehungsweise ein konkretes Thema. Um auch den Nachwuchs zu fördern, gab es einen Preis für „Beste(r) Newcomer(in)“. Die beiden letzten Kategorien tragen den Namen „Beste Produktion“ und „Publikumspreis“.

Das sind die Gewinner

Das Publikum hat sich mehrheitlich für den Podcast „Gemischtes Hack“ ausgesprochen. Der Podcast wurde von Tommi Schmitt und Felix Lobrecht ins Leben gerufen und verfolgt einen humoristischen Ansatz. Es kommen in jeder Folge bestimmte Kategorien vor, zu denen unter anderem „Lifehacks“ gehören, von denen sich der Name des Podcasts ableitet. Wöchentlich erreichen die beiden mit ihrem Podcast rund 500.000 Menschen, was sicherlich mit zu ihrem Erfolg beim Publikumspreis beigetragen hat.

Der Podcast „Paardiologie“ war gleich doppelt erfolgreich und hat die Preise in den Kategorien „Bestes Talk-Team“ und „Beste(r) Newcomer(in)“ abgeräumt. Der Podcast stammt von Charlotte Roche und ihrem Mann Martin Keß und behandelt klassische Themen wie Liebe, Sex und Emotionen. Es geht darum, die Funktionsweisen von Beziehungen zu sezieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie eine Paarbeziehung gelingen kann. Im Idealfall hat der Podcast eine kathartische Funktion für die Zuhörerschaft, in jedem Fall sind die intimen Einblicke in ein Beziehungsleben gute Unterhaltung.

Der Preis für das beste Skript ging an den Podcast „Das allerletzte Inteview“. Hierbei handelt es sich um einen Krimi-Podcast, der bei der Zuhörerschaft für Spannung und gute Unterhaltung sorgt. Der Spotify-Original-Podcast ist mittlerweile in der zweiten Staffel angekommen und lebt unter anderem von seinem Insiderwissen in die Rap-Welt und seiner großartigen Sprecherin Visa Vie, die auch als Autorin für den Podcast tätig ist.

Der Preis in der Kategorie „Beste(r) Interviewer(in)“ ging an „Deutschland3000“ von Eva Schulz. Der Podcast ist eine Interview-Reihe, in der sich die Moderatorin mit Persönlichkeiten aus ganz unterschiedlichen Branchen unterhält. Von Stars und Sternchen der Musikwelt bis hin zu namhaften Größen aus der Politik ist alles vertreten. Die Hörerschaft bekommt einen guten Einblick in die Welt der jeweiligen Gäste und lernt ganz vielfältige Branchen kennen und verstehen.

Der Podcast „Talk-O-Mat“ konnte sich den Preis in der Kategorie „Beste Produktion“ sichern. Für diesen Spotify-Original-Podcast werden zwei Prominente, die miteinander nicht viel zu tun haben, in einen Raum gesetzt und müssen sich über Themen unterhalten, die eine Maschine, der Talk-O-Mat, ausgewählt hat. Hierbei ergeben sich ganz unverhoffte Gespräche und tiefe Einblicke, die gerade wegen ihrer Spontaneität für gute Unterhaltung beim Publikum sorgen.

In der letzten Kategorie „Beste Journalistische Leistung“ wurde der Podcast „Zeit Verbrechen“ ausgezeichnet. Der Krimi-Podcast stammt von den Zeit Journalisten Sabine Rückert und Andreas Sentker. Er stellt verschiedene originale Kriminalfälle vor, die journalistisch aufgearbeitet wurden oder in den Medien für viel Aufsehen gesorgt haben. Immer wieder werden auch Gastmoderatoren eingeladen, die Fälle vorstellen, mit denen sie sich intensiv befasst haben.

Fazit

Der Deutsche Podcast Preis war trotz der schwierigen Ausgangssituation in der Corona-Krise ein voller Erfolg. Die Preisverleihung war sehr unterhaltsam, was nicht zuletzt auf die beiden sympathischen Moderatoren zurückzuführen ist. Die prämierten Podcasts wurden ansprechend vorgestellt, sodass man sich einen guten Eindruck von der Arbeitsweise bei der Produktion und den Menschen hinter den Podcasts verschaffen konnte. Das mediale Echo war ebenfalls sehr gut, was sich unter anderem an der großen Zahl an Menschen zeigt, die am Publikumsvoting teilgenommen haben.

Es ist davon auszugehen, dass der Deutsche Podcast Preis trotz seines komplizierten Starts zu einem wichtigen Branchenpreis avancieren und auch in den kommenden Jahren für viel Aufsehen sorgen wird. Die Veranstalter und das Publikum hoffen allerdings darauf, im kommenden Jahr gemeinsam und persönlich in einer Location die Preisverleihung feiern zu können, auch wenn die für dieses Jahr gefundene Lösung sehr gut funktioniert hat. Es bleibt abzuwarten, welche Podcasts sich im Laufe des Jahres entwickeln und zu heißen Anwärtern auf die nächsten Deutschen Podcast Preise aufsteigen werden.

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